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Blogpiloten

Netzpiloten surfen oberhalb der Wolkendecke. Seit 1998 entdecken wir mit Euch, dass das Web mehr zu bieten hat als bedruckte Seiten hinter Glas. [ÜBER UNS]
Jennifer Collins

Felix Petersen ist der Gründer der erfolgreichen Plattformen Amen und Plazes. Ich habe ihn vor einigen Tagen im Rahmen der NEXT12, zu der Berliner Startup-Szene interviewt, über die er dort mit Mike Butcher von TechCrunch, Edial Dekker von Gidsy und David Nöel von Soundcloud eine Podiumsdiskussion geführt hat. Felix beleuchtet unter anderem einmal, was die Berliner Szene heut, von der Anfangszeit unterscheidet. Und was Politiker tun können, um Innovationen zu fördern. Auf ein Wort.


Es gab dieser Tage eine Menge Gerede darüber, dass die Berliner Start-up-Szene zwar eine sehr kleine, aber dennoch sehr aufgeschlossene und inzwischen sehr aufbauende Branche geworden ist. Ist das tatsächlich der Fall? Wie macht sich das deutlich?

felix petersenJa, es ist immer noch eine sehr kleine Szene. Sie startete aber aus dem nichts. Ich glaube so in etwa 2004… und hat seitdem viele Phasen durchlebt. 1999/2000 war da nur so etwas wie eine Community, als z.B. auch die Netzpiloten starteten. Aber es war auch eine andere Ära. Sie war weniger produktorientiert. Da waren nur einige Entrepreneure von Business Schools, Geschäftsleute die ein wenig Geld mit Internet-Dingen machten, aber dann auch recht schnell mit ihren Firmen pleitegingen oder deren Geschäftsmodelle änderten und dann irgendwann verschwunden waren.

Als ich, sagen wir mal 2004 mein erstes Unternehmen in Berlin startete, war da nicht viel. Dieser Tage ist es hier sehr pulsierend, doch immer noch klein. Ich meine alle reden davon, dass Berlin, dass neue Silicon Valley ist, aber wenn du auf die Zahlen schaust, im Vergleich zu London, sind hier nicht so viele Firmen aktiv, und dennoch wächst die Zahl ständig. Ich meine hier sind inzwischen 11.000 Jobs rundum die Start-up-Szene in Berlin entstanden. Da sind über 1.000 neue Unternehmen, ich glaube überwiegend Tech-Start-ups, entstanden. Aber es gibt auch andere Branchen. Die Musik-Branche ist eine dieser. Da sind eine Menge Leute, die sich um sich herum bewegen, sich anziehen und die gleiche Idee davon haben, was für ein Unternehmen sie aufbauen und welche sie gerne erfolgreich sehen wollen. Was ich also sagen will ist, dass da heute eine mehr international-denkende Welle entstanden ist, die auch mehr produktorientiert agiert. So wie z.B. auch Amen.

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Andreas Weck

Das Urheberrecht ist derzeit mal wieder Thema Nummer Eins. Es streiten sich Urheber, Verwerter und Nutzer zugleich. Dabei reden viele auch einfach aneinander vorbei und für einige ist es derzeit nur noch schwer nachvollziehbar, wer eigentlich welche Positionen vertritt. Ich habe unter all den vielen Künstlern, die Buchautorin des Romans „Suna“, Pia Ziefle, einmal für ein Interview begeistern können und wollte nunmehr Ihre Sicht der Dinge zu der aktuellen Debatte erfahren sowie einen Einblick ihrer persönlichen Erfahrungen bekommen. Heraus kam ein sehr interessantes Gespräch.


Hallo Pia, schön dass du heute Zeit für mich gefunden hast.

Hi Andreas, sehr gerne!

Die Debatte um das Urheberrecht unterliegt derzeit einer ziemlich heftigen Diskussion, die weit über das Handeln von Politikern und Rechtsexperten hinausgeht. Der Spiegel zählte jüngst mehr als 1.500 prominente Autoren, Künstler und Schauspieler, die vor der Abschaffung des Urheberrechts warnen. Müssen sich Kreative tatsächlich vor dem Ende des Urheberrechts fürchten? Oder glaubst du da werden mehr Ängste geschürt, als tatsächlich notwendig sind? Welchen Standpunkt vertrittst du selber, als Buchautorin, in dieser Debatte?

Pia ZiefleEs wird kein Ende des Urheberrechtes geben - am Ende des Tages werden alle ums Lagerfeuer sitzen und sich einig geworden sein. Es schwirren viele Kampfbegriffe herum, und noch mehr Halbwissen aus einem einfachen Grund: Das Urheberrecht in seiner bestehenden Form gibt einen Handlungsrahmen vor, innerhalb dessen Urheber, Verwerter und Nutzer agieren können. Dieser Rahmen ist sehr weit gesteckt und lässt sehr sehr viel Spielraum für individuelle vertragliche Regelungen. Das hat unter anderem zur Folge, dass wir unglaublich viele Gruppen von Urhebern haben, die unter dem Dach des Urheberrechtes vereint, die ganze Zeit aneinander vorbei reden. Die einen sind Sachbuchautoren, die zweiten Musiker, die dritten Wissenschaftler, Fotografen etc. Dazu kommt, dass alle Urheber ihre Werke in verschiedenen Arbeitssituationen schaffen: die einen sind angestellt, die anderen frei, sie schaffen im Auftrag, oder sie schaffen ein Werk und verkaufen es dann. Jede dieser Situationen benötigt andere vertragliche Regelungen, um Sicherheit zu schaffen für Auftraggeber, Nutzer und Urheber.

Mein Standpunkt ist der des autonomen Urhebers, der seinen Markt und dessen Gesetze kennt, für den die Verträge die er unterschreibt keine Bücher mit sieben Siegeln sind, und der mit den Verwertern seiner Werke auf Augenhöhe agieren kann.

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Andreas Weck

Es wird oft derzeit darüber diskutiert wie Radio oder Fernsehen der Zukunft aussieht. Welche Chancen sich ergeben, welch ein Wandel vollzogen wird und wer davon womöglich profitiert. Die Zukunft hängt, und da sind sich alle sicher, ganz eng mit dem Netz zusammen. Christian Bollert ist Geschäftsführer des Onlineradio-Senders detektor.fm und hat mir dahingehend einmal ein paar Fragen beantwortet.


Ich habe heute Christian Bollert, Geschäftsführer des Internetradio-Senders detektor.fm im Interview. Lieber Christian, danke erst einmal für dein Interesse an diesem Interview.

Hallo Andreas, sehr gerne.

Ich erinnere mich, dass der Ex-Geschäftsführer der MOIRA Rundfunk GmbH Steffen Müller auf den Medientagen 2007 einmal beanstandete, dass zu wenig getan wird um Radio wieder hip und trendy zu machen. Er spielte auf das "Dudelfunk-Image" an, welches vielen Sendern ja auch heute noch nachgesagt wird. Glaubst du die Aussage trifft heute noch zu? Oder hat sich das Medium Radio seit dem verändert?

christian bollertLeider nein, Radio gilt bei vielen Menschen immer noch als uncool und langweilig. Viele verbinden mit Radio nervige Morningshows mit übermäßig gut gelaunten Moderatoren und immer wieder die gleiche Musik aus den 70er, 80er, 90ern und "das Beste von heute".

Das Netz bietet nun erstmals die Möglichkeit das Radio wieder attraktiv zu machen. Dafür gibt es zwei Ebenen. Zum einen ist mit dem Netz die lokale und regionale Verbreitung kein Paradigma mehr. Deutschlandweite Formate wie hoerbuchfm.de, byte.fm oder 90elf.de zeigen, dass es für bestimmte Zielgruppen interessant sein kann, ein deutschlandweites Radio zu machen. Für das deutsche Radio ist das fast schon eine revolutionäre Erkenntnis.

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Andreas Weck

Ja es wird ein wenig gruselig diese Woche, wenn man sich anschaut was das Web mir in den letzten Tagen so serviert hat. Doch auch mehr oder weniger nützliches ist aus den Unweiten dieses Internets hervorgestoßen. Kurios? Auf jeden Fall.

    Der Chemo-BurgerMan nehme eine wenig Instant-Plastik-Bisphenol-A-Chemopulver und verrühre es mit einer Flüssigkeit, die hoffentlich Wasser ist. Was kommt heraus? Ein Burger-Menü der Würgster-Klasse. Mein Fundstück der Woche – der Chemo-Burger.


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    Andreas Weck

    vox:publica: interaktive Radiosendung zur re:publica12„Action!“ lautet das Credo der Re:publica12 und das haben sich auch Digitale im ganzen Land auf die Fahnen geschrieben. Pünktlich zur Konferenz wird detektor.fm eine interaktive Radiosendung namens vox:publica starten.

    Vox:publica wird sich dabei nicht nur namentlich sondern auch thematisch der Re:publica widmen und dazu sind alle herzlich eingeladen, die gerade auf der Konferenz sind und ihre Eindrücke, ihr Wissen oder ihre Tipps in die Radiosendung einbringen wollen. Die Medienagentur frischr, hat dafür eigens eine App für iPhones entwickelt, die es jedem auf einfachste Art und Weise ermöglicht, Bilder, Texte oder Audioaufnahmen zu senden. Das klingt für mich wie ein erster Vorgeschmack zum BR-Projekt Rundshow.

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    Andreas Weck

    Der Second Screen und Social TV sind zwei brandheiße Eisen in der Welt des Fernsehens. Einige ehrgeizige Projekte wurden bereits in den USA und auch in Großbritannien erfolgreich umgesetzt. Anders als ausländische Kanäle haben jedoch deutsche Sender bisher wenig Engagement in diese innovativen Formate gesteckt. Bis jetzt. Vom 14. Mai an wird der Bayrische Rundfunk nämlich ein vierwöchiges Social-TV-Format, namens „Die Rundshow“ präsentieren, welches in dieser Form einzigartig ist. Mit im Entwickler-Team und außerdem Moderator der Rundshow ist Richard Gutjahr, der mir trotz einem vollem Terminkalender ein paar Fragen zu dem Projekt beantwortet hat.


    Ich habe heute Richard Gutjahr im Interview, der dieser Tage an dem ziemlich revolutionären Projekt "Rundshow" arbeitet. Die Rundshow ist ein Social TV-Projekt vom Bayrischen Rundfunk, dass es den Zuschauern erlaubt, aktiv an der Programmgestaltung mitzuwirken. Lieber Richard, erst einmal vielen Dank für deine Zeit!

    Gerne doch.

    Richard GutjahrDass Zuschauer das Fernsehprogramm aktiv mitbestimmen können, ist für viele Menschen, die sich nicht gerade im Twitterdunst bewegen und mit Echtzeitkommunikation etc. umzugehen wissen, so revolutionär, dass sie es sich eigentlich gar nicht vorstellen können. Erkläre unseren Lesern doch bitte einmal, wie genau es den Menschen möglich sein soll, live zu bestimmen, was geschaut wird.

    Wir wollen einen Hauch Webkultur ins lineare Fernsehen bringen und die dort überwiegend vorherrschende Einbahnstraßenkommunikation durchbrechen. Zum Beispiel dadurch, dass wir vor und nach der Show im Fernsehen erreichbar sind, dass wir nicht nur senden, sondern auch auf Empfang stellen. Uns kann man über Twitter, Facebook, Google Plus und eine App erreichen, die wir eigens für dieses Projekt programmiert haben. Diese App trägt den Namen "Die Macht" und ist so etwas wie die Fernbedienung zur Sendung. Außerdem streamen wir unsere tägliche Redaktionskonferenz live im Blog und via Facebook. Dort kann auch jeder Zuschauer Themenvorschläge machen. Dort wollen wir die User auch mitunter bitten, uns bei der Recherche zu unterstützen. Zum Beispiel bei der Suche nach glaubwürdigen Quellen oder einem passenden Studiogast.

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    Andreas Weck

    capital cCrowdfunding ist dabei eine kleine Revolution loszutreten. Das glauben zumindest zum einen die Macher der ersten Crowdfunding-Doku in Spielfilmlänge „CAPITAL C“, aber auch angesehene Forscher wie der MIT-Professor Eric von Hippel, der da sagt: "Crowdfunding ist ein wichtiger Beitrag zur Demokratisierung der Innovation - der größte Paradigmenwechsel seit der industriellen Revolution".

    Dass so manches Projekt ohne Crowdfunding womöglich gar nicht erst entstanden wäre, liegt dabei auf der Hand. Gerne erinnere ich mich beispielsweise an den Film „CHI LA VISTO – Wo bist du?“ von Claudia Rorarius zurück. Wir berichteten darüber. Rorarius gab damals zu wissen, wie es beispielsweise in der Filmwelt oft dazu kommt, dass tolle Projekte wegen unzureichender Finanzierung es nie bis an die Kinokasse schaffen. "Zwar werden unabhängige, deutsche Produktionen in der Herstellung massiv gefördert, im Vertrieb dagegen bleiben die kleinen Filme seit einigen Jahren auf der Strecke", resümierte die Regisseurin damals. "Bei ca. 190 deutschen Filmen pro Jahr sind die Mittel bei weitem nicht ausreichend, um alle Produktionen entsprechend zu unterstützen“. Crowdfunding half Ihr damals dabei Ihr Spielfilmdebüt zu realisieren.

    So wie Claudia Rorarius ging es vielen ideenreichen Kreativen. Davon handelt jetzt auch die erste Crowdfunding-Doku in Spielfilmlänge „CAPITAL C – how the crowd liberates itself“.

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    Andreas Weck

    Es ist schon komisch was einem so die Woche über im Newsfeed begegnet. Letzte Woche hatte ich euch einmal drei kuriose Netz-Fundstücke präsentiert und ich dachte eigentlich, der Post würde ein einmaliger Post werden. Doch weit gefehlt. Auch diese Woche sind mir wieder mehr oder weniger schräge Sachen ins Auge gefallen. Was genau? Das seht Ihr hier!

      `80s Cellphone CasDiese iPhone-Hülle erinnert an Zeiten an denen das Telefonieren noch Kraftsport war. An die 80iger. Es ist ja hinlänglich bekannt, dass die Telefone erst immer kleiner worden und nun doch von Mal zu Mal wieder größer. Aber ist das nicht ein wenig übertrieben? Egal. Mein Lieblingsfundstück in dieser Woche.


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    Philipp Noltensmeier

    Dirk Dresselhaus by Christian ObermaierNachdem Dirk Dresselhaus vor allem durch Indiebands wie "Hip Young Things" und "Locust Fudge" bekannt wurde und sich später als "Schneider TM" einen Namen in der Elektronik-Szene gemacht hat, arbeitet der Musiker in letzter Zeit auch immer häufiger an Soundtracks. An welche Projekte Dirk derzeit arbeitet und welchen Blick er auf die Musikindustrie hat, erzählt er uns in diesem Interview.


    Deine erste Filmmusik war zu "1.Mai- Helden bei der Arbeit" (2008)?

    Da habe ich einen Teil der Filmmusik gemacht. Das war ja ein Film von drei Regisseuren und ich hab mit Carsten Ludwig und Jan-Christoph Glaser zusammengearbeitet, die eine von den drei Episoden gemacht haben. Das ist ein Regieteam, Carsten Ludwig schreibt eher die Drehbücher und Jan-Christoph Glaser ist eher der Regisseur, aber sie arbeiten auch an beidem zusammen. Wir kannten uns indirekt schon länger. Die haben vorher einen Film gemacht mit Christoph Bach in der Hauptrolle, der hieß "Detroit" und war absolut genial. Christoph Bach kannte ich wiederum schon einige Zeit privat und ein gemeinsamer Freund hat ihm mal unveröffentlichte Stücke von Kptmichigan und mir zukommen lassen, die auch bis heute noch unveröffentlicht sind. Und die haben diese Tracks die ganze Zeit gehört, als sie „Detroit“ gemacht haben, sich aber irgendwie nicht getraut zu fragen, ob wir die Filmmusik machen könnten, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Jahre später sind sie dann bei mir auf einer Geburtstagsparty aufgetaucht und haben mich gefragt, ob ich die Musik zu "1.Mai" machen würde. Und ich habe 'Ja' gesagt, weil ich immer schon mal Filmmusik machen wollte. So hat sich das ergeben. Das war die erste Musik, die ich direkt für einen Kinofilm aufgenommen habe.

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    Andreas Weck

    Caroline Drucker von Soundcloud wird auf der diesjährigen NEXT Berlin zu Gast sein und eine spannende Keynote halten. Hier bekommt Ihr einmal einen kleinen Einstieg in ihre Themen. Caroline über die sexy Startup-Szene in Berlin und die Post-Digital-Ära. Viel Spaß!

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